Mitarbeiterin der LEKA MV mit Schild "Beteiligung"

Beratung im Wandel: Welche Themen Kommunen und Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern 2025 bewegt haben

Die Energiewende in Mecklenburg-Vorpommern findet nicht nur auf dem Papier oder in politischen Debatten statt. Sie zeigt sich vor allem in konkreten Fragen vor Ort. Kommunen und Unternehmen fragen zunehmend nach umsetzbaren Lösungen, rechtlicher Sicherheit und belastbaren Entscheidungsgrundlagen.

Die Beratungen 2025 der LEKA MV machen diesen Wandel deutlich. Grundlegende Informationen sind vielerorts vorhanden. Es wächst aber der Bedarf an Einordnung, Unterstützung in der Abwägung und konkreter Begleitung bei Entscheidungen und in der Umsetzung von Projekten vor Ort.

Kommunalberatung: Höchster Beratungsstand seit Gründung

Mit 258 Kommunalberatungen erreichte die LEKA MV im Jahr 2025 den höchsten Wert seit ihrer Gründung 2016. Die Beratungen 2025 markieren damit einen neuen Höchststand in der kommunalen Begleitung in Mecklenburg-Vorpommern.

„Viele Ämter, Städte und Gemeinden sind heute deutlich weiter als noch vor einigen Jahren. Entsprechend konkret sind auch die Fragen, mit denen sie auf uns zukommen. Gleichzeitig werden Energiewende und Klimaschutz für immer mehr Menschen vor Ort konkret. Sei es durch Solarparks in der Nachbarschaft, neue Windenergiegebiete in der Region oder Klimaschutzmanager*innen in den Verwaltungen. Das sind Themen, die Fragen und Unsicherheiten erzeugen. An der Stelle setzt unser Beratungsangebot an“, erläutert Jonathan Metz, Teamleitung Kommunalberatung.

In den Beratungen 2025 spiegelte sich diese Entwicklung deutlich wider. Im Fokus standen das grundsätzliche Herangehen an Energiewendeprojekte und die Kommunikation gegenüber betroffenen Anwohnenden, die praktische Ausgestaltung kommunaler Beteiligung an Solar- und Windenergieprojekten und geeignete Organisationsformen. Kommunen wollten wissen, wie sie sich sinnvoll beteiligen können und welche Instrumente dafür zur Verfügung stehen. Eine zentrale Rolle spielten dabei Regelungen nach § 6 Erneuerbare-Energien-Gesetz, das Bürger- und Gemeindenbeteiligungsgesetz Mecklenburg-Vorpommern, Fragen der Gewerbesteuerzerlegung sowie unterschiedliche gesellschaftsrechtliche Modelle. Ergänzend wurden auch weitere Beteiligungsmöglichkeiten wie Pachteinnahmen, Sponsoring oder kommunale Klimafonds eingeordnet. Diese Fragestellungen vertiefte die LEKA MV sowohl in Einzelberatungen als auch in gezielten Schulungsformaten, stets mit Blick auf Umsetzbarkeit, Rechtssicherheit und die jeweilige kommunale Ausgangslage.

Bürger- und Gemeindenbeteiligungsgesetz als Treiber der Beratungen 2025

Ein wesentlicher Impuls für die steigende Nachfrage in der Kommunalberatung war die anstehende Neufassung des Bürger- und Gemeindenbeteiligungsgesetz Mecklenburg-Vorpommern (BüGembeteilG M-V). Die Beratungen 2025 zeigten deutlich, dass sich viele Kommunen und Vorhabenträger frühzeitig mit den bestehenden und künftigen Regelungen auseinandersetzen wollten.

„Das BüGembeteilG M-V hat viele Kommunen dazu gebracht, ihre Rolle neu zu bewerten. Dabei geht es nicht nur um Einnahmen, sondern um langfristige strategische Entscheidungen zur Stärkung der regionalen Wertschöpfung und stärkerer regionaler Nutzung der erzeugten Energie“, fasst Jonathan Metz zusammen.

Im Zuge der angekündigten Neufassung informierten sich Kommunen verstärkt über Beteiligungsmöglichkeiten, Gestaltungsspielräume und konkrete Anforderungen. Die Beratungen 2025 machten deutlich, dass Beteiligung zunehmend als Gestaltungsinstrument verstanden wird – mit Blick auf Akzeptanz, regionale Wertschöpfung und kommunale Verantwortung.

Windenergie verständlich einordnen: Mythen, Planung und Akzeptanz

Auch der Bedarf an fachlicher Einordnung von Windenergieprojekten blieb hoch. Ein Schwerpunkt der Beratungen 2025 lag deshalb auf der sachlichen Aufklärung zu häufig diskutierten Themen wie Schall, Schattenwurf und Abstandsregelungen.

In einer mehrteiligen Schulungsreihe erklärte die LEKA MV, wie Lärmprognosen entstehen, wie der Schattenwurf berechnet wird und welche planerischen Vorgaben tatsächlich gelten. Ziel war es, Diskussionen vor Ort zu versachlichen und Entscheidungsprozesse zu unterstützen.

„Viele Diskussionen lassen sich konstruktiver führen, wenn Planungsgrundlagen transparent erklärt werden und die Menschen wissen, welche Regelungen konkret gelten“, erläutert Jonathan Metz.

Zudem rückten Fragen zu Repowering, Rückbau und Recycling von Windenergieanlagen stärker in den Fokus. Die Beratungen 2025 behandelten dabei sowohl rechtliche Grundlagen als auch praktische Abläufe und zukünftige Entwicklungen.

Austausch über Gemeindegrenzen hinweg: Erstes landesweites Kommunalnetzwerktreffen

Ein besonderes Highlight war das erste landesweite Kommunalnetzwerktreffen der LEKA MV im Schloss Vietgest. Rund 70 kommunale Vertreterinnen und Vertreter aus ganz Mecklenburg-Vorpommern kamen zusammen, ergänzt durch Fachleute sowie Vertreter*innen mehrerer Landesministerien.

Im Mittelpunkt standen der Dreiklang aus rechtlichen Grundlagen, Beteiligungsmöglichkeiten sowie Praxisbeispielen zur Windenergie, Solarplanung und kommunalem Klimaschutz. Anders als bei klassischen Informationsveranstaltungen ging es vor allem um den Austausch kommunaler Erfahrungen.

„Der direkte Dialog von Bürgermeisterin zu Bürgermeister zeigt, dass viele Herausforderungen ähnlich sind und der Austausch konkrete Lösungsansätze ermöglicht. Die Rückmeldungen zeigen, dass die Teilnehmenden im Anschluss noch motiviert, fachlich gestärkt und mit einem soliden Netzwerk in die Umsetzung der jeweiligen Projekte gehen“, fasst Jonathan Metz zusammen.

MVeffizient: Unternehmensberatungen 2025 auf konstant hohem Niveau

Auch im Unternehmensbereich blieben die Beratungen 2025 auf einem hohen Niveau. Über das Beratungsangebot MVeffizient führte die LEKA MV 96 Unternehmensberatungen durch. Damit blieb der Bedarf an individueller Begleitung stabil.

Inhaltlich zeigte sich ein klarer Trend: Weg von allgemeinen Empfehlungen, hin zu konkreten Maßnahmen, Wirtschaftlichkeitsfragen und Umsetzungsentscheidungen. Die Online-Stammtische für Unternehmerinnen und Unternehmer reichten thematisch von energetischer Sanierung im Bestand über CO₂-Bilanzierung und Nachhaltigkeitsberichterstattung bis hin zu Transformationsplänen auf dem Weg zur Klimaneutralität. Dabei zeigte sich insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen ein hoher Bedarf an Einordnung sowie an Erfahrungsaustausch zu praxisnahen Lösungsansätzen.

„Unternehmen erwarten heute vor allem realistische Einschätzungen, welche Maßnahmen unter ihren ganz individuellen Rahmenbedingungen sinnvoll sind“, sagt Janina Kuhrt, Teamleitung MVeffizient.

Ergänzt wurde das Angebot durch die erste Energie-Effizienz-Konferenz von MVeffizient, die Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern erstmals in diesem Format zusammenbrachte. Die ganztägige Veranstaltung in Wismar bot Raum für Fachvorträge, Best-Practice-Beispiele, konkreten Wissenstransfer und Vernetzung. Ein besonderer Fokus lag auf der Verbindung von strategischer Perspektive und praktischer Umsetzung. Als Keynote-Speaker zeigte Prof. Dr. Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin, auf, welche Herausforderungen sich aus Energieabhängigkeit und Klimakrise ergeben und welche Handlungsoptionen Unternehmen offenstehen. Ergänzt wurde das Programm durch praxisnahe Beiträge zu Energiemanagementsystemen, Effizienzanalyse und Fördermöglichkeiten. Eine begleitende Ausstellung regionaler Anbieter sowie die durchgängige Präsenz der Technischen Berater von MVeffizient ermöglichten den direkten Austausch zu konkreten betrieblichen Fragestellungen. Aufgrund der positiven Resonanz ist eine zweite Energie-Effizienz-Konferenz am 4. Juni 2026 in Rostock bereits in Planung.

Beratungen 2025 als Spiegel der Energiewende

Die Beratungen 2025 zeigen, dass die Energiewende in Mecklenburg-Vorpommern in einer neuen Phase angekommen ist. Umsetzung, rechtliche Klarheit und strategische Entscheidungen rücken zunehmend in den Vordergrund.

Die LEKA MV begleitet diesen Prozess landesweit. Sie verbindet Fachwissen mit Praxisnähe und unterstützt Akteure dabei, informierte Entscheidungen zu treffen.

„Unsere Arbeit zeigt, dass viele Akteure gut informiert sind. Gleichzeitig besteht ein klarer Bedarf an strukturierter Begleitung bei den ersten konkreten Schritten“, resümiert Janina Kuhrt.

 

Fazit

Die Beratungen 2025 der LEKA MV zeigen einen deutlichen Wandel in den Anforderungen von Kommunen und Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern. Mit dem höchsten Stand an Kommunalberatungen seit Gründung rückten konkrete Umsetzungsfragen, rechtssichere Beteiligungsmodelle und strategische Entscheidungen stärker in den Mittelpunkt. Ein wesentlicher Treiber war das Bürger- und Gemeindenbeteiligungsgesetz, das sowohl Kommunen als auch Vorhabenträger zu frühzeitiger Orientierung veranlasste. Parallel blieb die Nachfrage nach Unternehmensberatungen über MVeffizient stabil, mit einem klaren Fokus auf Energieeffizienz, Wirtschaftlichkeit und Transformationspfade. Schulungen, Netzwerktreffen und Konferenzen ergänzten die individuelle Beratung und unterstreichen: Die Energiewende im Land ist in der Umsetzung angekommen – und erfordert zunehmend fundierte Begleitung statt grundlegender Wissensvermittlung.