Windenergieanlagen auf einem Feld

Was schätzen Sie: Wie viele Menschen in Ihrer Gemeinde wären dagegen, würde bei Ihnen vor Ort ein Windpark geplant werden? Vielleicht 40, 50 oder gar 60 Prozent? Eine neue von der Fachagentur Windenergie an Land (FA Wind) in Auftrag gegebene, repräsentative Befragung ergab, dass die Umfrageteilnehmer im Mittel schätzten, 54 Prozent der Menschen hätten große Bedenken. Doch wie das mit dem Schätzen so ist – häufig liegt man daneben. Tatsächlich sind es nur 26 Prozent der Befragten, die gravierende Einwände gegen einen geplanten Windpark hätten. Gleichzeitig sehen 79 Prozent der Befragten den Ausbau der Windenergie an Land als wichtig oder sehr wichtig an.

Um die Akzeptanz der Windenergie scheint es also gut zu stehen. Frank Sondershaus, Referent für Akzeptanz und Beteiligung bei der FA Wind, sieht das jedoch ein bisschen differenzierter. „Die Umfrageergebnisse sind gut. Aber als Konsequenz daraus anzunehmen, es gebe keine Probleme und man könne sich auf den guten Zahlen ausruhen, ist der falsche Weg.“ Für ihn sei Akzeptanz viel mehr als Toleranz. „Der Begriff ‚Akzeptanz‘ ist mir zu sperrig und passiv, da schwingt keine Begeisterung mit. Etwas akzeptabel umzusetzen ist eher ein Mindeststandard. Das eigentliche Ziel sollte aber höher liegen“, so Sondershaus weiter. Für aktive Unterstützung müsse man aber erst einmal die Bedingungen schaffen. Das Bürger- und Gemeindenbeteiligungsgesetz (BüGem) in Mecklenburg-Vorpommern sei ein Anfang.

Günstiger Strom oder eine neue Kita als Lösung?

In der Umfrage der FA Wind wurden die befragten 1.002 Menschen daher auch um ihre Meinung zu Möglichkeiten der Förderung von Unterstützung für geplante Windparkprojekte gebeten. Ganze 73 Prozent finden, dass Einnahmen für die Verbesserung der Lebensqualität genutzt werden sollten. Zudem waren 66 Prozent für vergünstigte Strompreise. „Der Stromtarif schneidet in der Umfrage jedes Jahr hoch ab. Ich glaube aber, für die Wahrnehmung ist es besser, wenn durch die Windenergie ein allgemein als wichtig anerkanntes Projekt in der Gemeinde gefördert wird. Den ernstzunehmenden Bedenken der Menschen sollte etwas Positives sichtbar gegenüberstehen“, erklärt Sondershaus.

Für solche Gemeindeprojekte könnten durchaus finanzielle Mittel aus der Windenergie fließen. Wenn Kommunen nicht nur von zukünftigen Anlagen mit einer Abgabe von 0,2 Cent je Kilowattstunde profitieren sollen – wie im EEG 2021 vorgesehen – sondern auch von bereits bestehenden Windrädern, kämen damit allein für Standortkommunen in Mecklenburg-Vorpommern nach Berechnungen der FA Wind bereits jetzt zusätzliche 13,5 Millionen Euro pro Jahr zusammen. Aus der Sicht von Frank Sondershaus könne das ein Schlüssel für mehr Akzeptanz, Unterstützung und Befürwortung sein. „Das würde sicherlich schnell wahrgenommen werden.“

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